Bessere Texte schreiben für deinen Content dank diesen Journaling-Übungen
7. Januar 2025
Es gibt eine Sache, die mir im Herzen wehtut: Wenn ich sehe, wie gerade Content-Marketing-Anfänger*innen als aller erstes Chat-GPT öffnen. Dann tippen sie einen halb-ausgeklügelten Prompt ein, sowas wie „schlag mir 10 Instagram-Posts zum Thema Morgenroutine vor“. Und sind enttäuscht, wenn nicht das herauskommt, was sie selbst gerne gesagt hätten. Oder noch schlimmer: sie übernehmen den langweiligen „5 Tipps für deine Morgenroutine“-Post von Chatty einfach – und wundern sich dann, dass niemand reagiert.
Gerade weil solcher KI-generierter Allerwelts-Content das Internet überflutet, ist deine eigene Schreibstimme so wichtig! Dass du dich mit dem verbindest, was wirklich aus dir herausfließen möchte. Dass du dir darüber klar wirst, welch farbige Geschichten, wertvolle Gedanken und klare Botschaften in dir verborgen liegen.
Ich möchte dir eine neue Routine vorschlagen, um bessere Texte zu schreiben: Greif zunächst zu Stift und Papier. Setz dich auf den Boden. Und dann schreib erstmal drauflos. Denn Formulierungen und Ideen, die aus dir herausfließen sind so individuell wie du! Wie du verschiedene Journaling-Methoden nutzen kannst, je nachdem welches Bedürfnis du gerade hast (besser auf den Punkt kommen, kreativer zu schreiben), zeige ich dir in diesem Blogartikel.
Inhaltsverzeichnis
Warum Journaling zu besseren Texten führt
Du findest diesen Tipp in so ziemlich jedem Schreibratgeber und in jedem Interview mit Bestseller-Autor*innen: ein guter Text braucht einen Shitty First Fraft. Also eine erste Version, die nie jemand zu Gesicht bekommen wird. Ein Rausschreiben aller Ideen und Gedanken, ein „better done than perfect“. Erst danach geht es an die Formulierung von einzelnen Passagen oder auch an einen Gesamtaufbau.
Wenn ich mir aber Content Creator*innen ansehe, so öffnen sie oft schon das Textfenster direkt in den sozialen Medien, oder sie tippen ihre Entwürfe sofort in den Gutenberg-Editor ihres Blogs. Diese strikt vorgegebene Form – ihr Text sieht schon aus wie ein Blogbeitrag, ein Social Media Post oder Newsletter, verleitet sie zu der Idee, dass die erste Textversion schon gut sein muss – oder – bei etwas mehr Selbstbewusstsein – schon gut sein wird.
Wenn du aber mit dem Stift auf Papier schreibst, kannst du das, was schon da steht, noch nicht direkt verwenden – es gibt dir die Möglichkeit, die Dinge noch einmal zu sortieren und passender zu formulieren – und fast immer auch auf den Punkt zu kürzen, die sich beim ersten Draft noch langatmig und langweilig lesen. Deshalb bin ich auch nur mäßig überzeugt davon, die Texte gleich mit einer Handschrifterkennungs-App oder einem E-Ink-Tool weiter nutzen zu können. Denn beim Abschreiben wird noch einmal etwas passieren. Dein Shitty First Draft wird zu einem verdammt guten Text.
Und zugleich liegt die Magie der Handschrift darin, dass sie andere Hirnareale aktiviert als das Tippen auf der Tastatur. Das Schreiben ist sinnlicher, spricht das Unterbewusstsein stärker an und wenn du regelmäßig übst, wirst du von Hand Gedanken aufs Papier bringen, die dich überraschen – und die nie aus deiner Tastatur fließen würden. Wie sich Journaling wirkt, habe ich in diesem allgemeinen Artikel über Journalingmethoden vertieft: Journaling-Methoden: Von Hand schreiben für mehr Klarheit, Fokus und Kreativität
Für dich als Content-Creator*in sprechen aber vor allem diese drei Argumente für Journaling als Content-Grundlage:
- Du erlaubst dir deinen Shitty First Draft wirklich, der deine Texte besser machen wird. Du hast gar keine andere Wahl, weil „im Notizbuch“ eben nicht „auf Social Media“ bedeutet.
- Du kannst immer und überall den ersten Schritt zu Content gehen. Denn Stift und Papier liegen auch neben dem Bett gut und es gibt sogar Notizblöcke für unter der Dusche* – also keine Ausrede mehr, dass deine besten Ideen beim Abtrocknen verloren gehen!
- Du schreibst Gedanken auf, die tiefer gehen. Die keine KI generieren kann, weil sie aus deiner ganz individuellen Erfahrung heraus entstehen. Und du zensierst dich dabei sehr viel weniger als am Rechner.
Bevor du losschreibst, hast du aber eine wichtige Wahl zu treffen. Nämlich, wozu du das Journaling heute benötigst.
Die Wahl der richtigen Methode: Was versprichst du dir HEUTE vom Journaling?
Bevor du nun motiviert losschreibst, bitte ich dich, dir zu überlegen, welche Wirkung das Journaling für dich heute haben darf.
- Wünschst du dir mehr Klarheit in deinen Botschaften und Angeboten? Dann sind die fokussierende Journaling-Methoden super für dich geeignet.
- Oder langweilt dich dein Content und du suchst ungewöhnliche, kreative Gedanken und Perspektiven auf dein Thema? Oder willst vielleicht auch erst einmal die Fülle des Themas voll für dich begreifen? Dann sind die öffnenden Journaling-Methoden deine Wahl.
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Methoden für mehr Fokus und Klarheit in deinen Texten
Wirksamer Content kommt auf den Punkt. Und zwar egal, ob es sich dabei um ein Reel mit einer provokativen Aussage handelt, das dir ordentlich Reichweite einspielt. Oder ob du es schaffst, die Benefits deines Angebot so zu formulieren, dass der Kauf einfach nur der logischste nächste Schritt ist.
Jup – sogar für den Content deiner Landingpage kannst du einen handschriftlichen Shitty First Draft machen – ich empfehle dir das sogar besonders bei diesen wichtigen Texten!
Fokussierte Journaling-Methoden sind für dich, wenn du sagst:
„Mein Content ist all over the place – ich poste über alles und nichts. Ich schreibe viel mehr als die vorgegebenen 2200 Zeichen und komme nicht auf den Punkt.“
Oder auch: „Ich hab so viele Ideen, dass ich gar nicht erst anfange.“
Zu den fokussierenden Journaling-Methoden gehören:
- Listen – du musst eine Mindestanzahl an Punkten/Argumenten in einer kurzen Zeit erreichen – das ZWINGT dich, auf den Punkt zu kommen – und wenn erstmal alles raus aus dem Kopf und auf dem Papier ist, kannst du dir die Textmarker schnappen und dich selbst auf die wichtigsten Punkte beschränken.
- Sich täglich wiederholende Fragen: In den ersten Tagen magst du noch in deinen üblichen Laberfokus beim Schreiben verfallen, aber dann werden deine Antworten langsam kürzer, on the point und du kannst klare Muster leichter erkennen.
Konkrete Beispiele für Journaling-Prompts für mehr Fokus findest du weiter unten. Und wenn du tief eintauchen möchtest, empfehle ich dir mein Online-Programm „Journale dich zu deinem Content“.
Aber nun erst einmal noch zu den öffnenden Journaling-Methoden.
Journaling-Methoden für kreativeres Contentwriting
Alles, was du schreibst, ist richtig und wichtig – aber es kommt keine Reaktion von deiner Community zurück? Und du fragst dich, wie andere so lange Blogartikel schreiben können, weil du nach fünf Sätzen bereits alles zu einem Thema gesagt hast? Storytelling fällt dir schwer und sobald dich jemand nach einem konkreten Beispiel fragt, kommst du ins Schleudern? Voilà – dann ist es an der Zeit, öffnende und Kreativität fördernde Journaling-Techniken auszuprobieren, um deine Content-Texte zu verbessern.
Diese Techniken sind für dich wenn du sagst:
„Mir fällt nichts ein. Meine Posts sind langweilig und austauschbar.“
Oder auch, wenn du denkst: „Was habe ich schon zu sagen“ oder „Ich hab ja schon alles gesagt.„
Zu den öffnenden Journaling-Methoden gehören:
- exploratives Schreiben: Hier kannst du komplett offen bleiben und einfach nur drauflos schreiben. Du bringst alles zu Papier, was dir genau in dem Moment in den Kopf kommt – ja auch den Satz „mir fällt gar nichts ein“. Du kannst komplett ohne Impuls loslegen, oder du nimmst eine Journaling-Frage als Ausgangspunkt und lässt dich dann treiben. Wichtig ist, dass du dir eine Mindestzeit oder eine Mindestanzahl an Seiten setzt – und gerade für dich sollte es sich nach zuviel anfühlen!
- biografisches Schreiben: Mit Hilfe eines Journalingprompts tauchst du in etwas ein, was deine Persönlichkeit oder dein Business betrifft. Die Kreativität wird besonders dann gekitzelt, wenn du mit verschiedenen Formaten spielst: Also auch eine Rede, einen Brief oder Dialoge mit einbaust.
Genug der Theorie – jetzt willst du sicherlich konkrete Beispiele hören und es ausprobieren.
Beispiel-Prompts für dein Content-Journaling
Mit folgenden Fragen kannst du die Journalingmethoden für deinen Content direkt ausprobieren:
- Liste (fokussierend): Schreibe 20 Dinge auf, die sich für deine*n Kund*in verändern werden, wenn sie dein Produkt kauft. In maximal 5 Minuten.
- täglich wiederholende Frage (fokussierend): Wie hat dich deine Arbeit heute überrascht?
- exploratives Schreiben (öffnend): Was möchtest du mit deinem Angebot XY bewirken?
- biografisches Schreiben (öffnend): Schreib einen Brief an deine Großmutter, in der du ihr erklärst, warum du dich selbständig gemacht hast.
Probiere es gerne aus und lass mich in den Kommentaren wissen, wo du dich selbst beim Schreiben überraschen konntest.
Oder lass uns das Schreiben gemeinsam erfahren und dann aus dem Geschriebenen richtig tollen Content entstehen.
Journale dich zu deinem Content mit mir
In meiner 10-tägigen Challenge erlebst du mit verschiedenen Journaling-Prompts, wie diese wirken, erfährst, wie du deine Journaling-Praxis vertiefst und du sammelst dank der gezielten Prompts jede Menge Material für deinen wirksamen Content. Aber damit hört es noch nicht auf: Du lernst, wie du das Material sichtest und die Content-Goldstücke findest, daraus berührende Inhalte gestaltest und du findest heraus, wie du ganz persönlich das Journaling in deinen Content-Prozess integrieren kannst (denn, so viel sei verraten: Das hängt davon ab, welcher Schreibtyp du bist.) Zu guter Letzt erfährst du, wie du die KI (zB ChatGPT) so mit in deine Content-Creation bringst, dass sie deine Kreativität beflügelt, anstatt sie auszubremsen. Denn Papier und Stift schließen die modernen Technologien keinesfalls aus!
Sicher dir jetzt deinen Platz für „Journale dich zu deinem Content“. Wir starten am 13. Januar!

Zur Autorin:
Bianca Fritz ist Autorin, Mindful Content Mentorin und hilft Selbständigen und Unternehmer*innen ihr Warum, ihre Botschaft und ihre eigene Sprache für ihren Online-Content zu finden. Außerdem unterstützt sie dabei, einen Workflow für Content zu finden, der zum Alltag der vielbeschäftigten Einzelunternehmer*innen passt.
Wer hier für dich schreibt

Zur Autorin:
Bianca Fritz ist Content-Mentorin und und Copywriting-Expertin mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus und Werbeagenturen. Sie unterstützt Selbständige, Unternehmer*innen, sowie NGOs und Stiftungen dabei, mit wertebasiertem Contentmarketing wirksam sichtbar zu werden.
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