Halbjahresrückblick 1/2026: Bin ich mitgeschwommen, oder habe ich gestaltet?

21. Juli 2026

Ein bisschen fühlt es sich sich für mich so an, als hätte ich mein erstes Halbjahr in Business-Dingen kaum selbst gestaltet – sondern mich sehr von den Anfragen treiben lassen, die reinkamen. Aber stimmt das wirklich? Hier kommt mein Halbjahresrückblick für dich und auch ein bisschen für mich. Weil Reflektieren gut tut und Klarheit bringt.

Hauptsache anders als 2025?

Letztes Jahr habe ich die mutige Entscheidung getroffen, mein langjähriges Signature-Programm „Create and Shine“ loszulassen. Grund war vor allem mein Wunsch, nicht mehr als Expertin für „alles rund um Content“ wahrgenommen zu werden – von der Strategie bis hin zur Frage „wohin klick ich, wenn ich ein Reel drehen will“. Stattdessen möchte ich mich klarer als Spezialistin für strategischen und empathischen Text wahrgenommen werden. Nicht nur weil das meine Geniezone ist. Sondern auch, weil ich überzeugt bin: Erst beim Schreiben von Content- und Verkaufstexten zeigt sich, ob die Positionierung stimmt, Verständnis für die Wunschkundin da und das Angebot schon rund ist.

Doch dieses Loslassen eines etablierten Produkts hat dazu geführt, dass  2025 umsatztechnisch mein bisher schlechtestes Jahr war. Gut, nicht nur das Beenden von Create and Shine alleine war hier entscheidend. Ich war auch zeitweilig krank geschrieben und die Marktlage generell schwierig. Was mich mehr erschreckt hat als der Umsatzrückgang war, dass ich diesen erst viel zu spät bemerkt habe. Und das ist vielleicht das wichtigste Learning für mich: Hab die Zahlen regelmäßig im Blick – damit du nachsteuern kannst, wenn es eng wird.

Genug prokrastiniert, ran an die Buchhaltung

Also war das erste, was ich für 2026 neu aufgegleist habe. meine Buchhaltung. Im sechsten Jahr meiner Selbständigkeit, habe ich nun endlich ein ordentliches Buchhaltungsprogramm und Geschäftskonten. Ich ahne, dass einige von euch jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Aber bei mir hat es eben lange Zeit auch ohne die Einrichtung dieser Systeme funktioniert. Wenn ich meine Zahlen zusammengesucht und in meiner Excel-Tabelle nachgetragen habe, wurde ich eigentlich immer positiv überrascht. Warum also hätte ich mich mit so etwas Langweiligem beschäftigen sollen? Ich hatte doch so viel Spannenderes in meinem Business zu tun. Offensichtlich musste ich auf die Nase fallen, bevor ich Geld und viel Zeit in was Ordentliches investieren konnte.

Bin ich jetzt also zur Buchhaltungsmaus geworden, die ihre Geschäftszahlen immer im Blick hat? Brav, jeden Freitag alle Belege nachträgt? Geht so.

Ehrlich gesagt stapelt hier sich schon wieder einiges, was man noch nachtragen müsste … aber immerhin hilft mir das Programm dabei, dass ich sehe, ob alle Rechnungen bezahlt wurden und wie es grundsätzlich um bisherige Einnahmen steht. Und bisher muss ich sagen: Es stimmt tatsächlich, was die Money-Coaches so sagen: Wenn du Geld Aufmerksamkeit schenkst, kann es auch wieder besser fließen. Seit ihr mich regelmäßig in mein Buchhaltungsprogramm einlogge und die Balken und Zahlen anschaue, sieht es schon sehr viel besser aus als im Vorjahr.

Meine Empathisch-Texten-Ausbildung

Schon viele Jahre habe ich davon geträumt eine ausführliche Ausbildung in Sachen „empathisches Contentwriting und Copywriting für Onlinemarketing“ anzubieten. Hier sollten Teilnehmenden alle Grundregeln wirksamer Texte und Verkaufspsychologie lernen und üben. Und gleichzeitig das Selbstbewusstsein entwickeln, in ihrer ganz eigenen Schreibstimme sichtbar zu werden. Jetzt läuft die erste Runde schon fast vier Monate und ich bin so etwas von happy! Endlich kann ich mit einer Gruppe von Menschen richtig tief gehen.

Alle zwei Wochen haben wir einen gemeinsamen Live-Workshop, zwischendurch können sie jederzeit Texte einreichen. Und schon jetzt gab es so viele Ahas darüber, warum man bisher die eigene Zielgruppe noch nicht erreicht hat und wie man den Schreibprozess umgestalten kann, um mehr Leichtigkeit und Freude hineinzubringen. Die Teilnehmenden staunen wir darüber, wie mit wie wenig Veränderung ein Text plötzlich ganz anders wirkt – und lernen, wo KI-Einsatz Sinn macht und wo sie lieber darauf verzichten.

Wenn du neugierig bist, trag dich unbedingt in meinen geheimen Ausbildungs-Newsletter ein, wo ich einmal pro Monat Erkenntnisse und kleine Schreibgeheimnisse aus der diesjährigen Runde teile. Dort erfährst du natürlich auch als Erste, wann die Anmeldung für die Runde im nächsten Jahr geöffnet ist.

⬇️Hinter die Kulissen blicken mit dem geheimen Newsletter

Viele Buch-Projekte – und Sehnsucht nach dem eigenen

Im ersten Halbjahr habe ich zwei Fachbücher lektoriert, als Ghostwriterin ein Sachbuch für eine Kollegin begonnen und drei Exposés mitgestaltet, mit denen sich die Expertinnen nun bei Verlagen und Agenturen bewerben. Jedes Buch ist eine eigene Welt und ich LIEBE es, die Expertinnen zu unterstützen, dieses große Projekt anzugehen.

Eine der Kundinnen hat mich neulich als „Buch-Hebamme“ bezeichnet:
„Du hilfst, das Buch zu bergen, das irgendwie schon da ist, aber ohne dich einfach nicht rauskommen mag.“

Wie süß ist das denn?

Außerdem sind zwei wunderbare Bücher erschienen, die ich im letzten Jahr unterstützen durfte und euch jetzt endlich vorstellen möchte:

Buch „MANtrailing – Mehr als Suchen“ von Astrid Sperlich mit Danksagung und handschriftlichem Dank an Schreibbegleiterin Bianca Fritz

Astrid Sperlich hat ihr Buch „Mantrailing. Mehr als Suchen“ mit ihrem Traumverlag Cadmos veröffentlicht. Sie zeigt Hundeeltern und Hundetrainer*innen, wie Mantrailing so funktioniert, dass es den Bedürfnissen des Hundes gerecht wird. Hier habe ich auf ihrem Blog beschrieben, wie die Zusammenarbeit für mich war. Astrid habe ich von der Buchidee, über das Exposé für den Verlag und durch den gesamten Schreibprozess begleitet.

Buch „Strahlend sichtbar“ von Florence Chazarenc mit handschriftlichem Dank und Danksagung an Lektorin Bianca Fritz

Florence Chazarenc hat sich für den Selbstverlag entschieden und ihr wunderbarer Marketingratgeber „Strahlend sichtbar. Mit Numerologie zu deiner individuellen Marketingstrategie“ holt all jene Selbständigen und Expert:innen ab, die anhand ihres numerologischen Profils zu Marketingmethoden finden möchten, die wirklich zu ihnen passen und ihnen leicht fallen. Florence habe ich in der Buchkonzeption und als Lektorin begleitet.

Bei all der Freude über die Bücher der anderen: Mir selbst fehlt es sehr, mich wieder in ein eigenes Buchprojekt zu stürzen. Ich habe mich lange Zeit damit blockiert, dass sich die Buchideen sich gegenseitig konkurriert und Zeit genommen haben. Ja, ich konnte mich nicht einmal entscheiden, ob das nächste Buch wieder ein Ratgeber oder doch lieber mein erster Roman werden soll.

Ich glaube, inzwischen habe ich mich entschieden – und ich versuche gerade Unterstützung für mein nächstes Projekt zu gewinnen. Es ist noch ein bisschen früh, darüber zu sprechen – aber es brodelt hier schon ganz schön – soviel sei verraten.

Offline-Workshops, Barcamps, Netzwerktreffen

Dieses Jahr darf ich mich ein bisschen als Dozentin fühlen. Denn das Gründerzentrum der Hochschule Bochum hat mich für ganze vier jeweils vierstündige Workshops gebucht. 2024 habe ich zum erstem Mal dort unterrichtet und Ende Juni – mitten in der ersten Hitzewelle, habe ich die ersten zwei Workshops für dieses Jahr gegeben. Es macht unfassbar Freude, die Gründer:innen ins Storytelling und ins Thema Contentplanung mit KI einzuführen. Ich liebe es auch, dass die Themen, die ich dort abdecke so unterschiedlich sind.

Während ich beim Storytelling auf Kreativtechniken und „selber Schreiben“ setze, bin ich inzwischen der Meinung, dass wir uns in Sachen Planung sehr gut von der künstlichen Intelligenz unterstützen lassen können. Denn da kommt es ja vor allem auf strategisch klug eingesetzte Muster an, um zur richtigen Zeit das Richtige zu posten. Im Herbst werde ich beide Workshops noch einmal in Bochum geben – wenn du das nicht verpassen möchtet (es dürfen nämlich vermutlich auch wieder Externe dabei sein), trage dich gerne hier für meinen regulären Newsletter ein.

Außerdem hatte ich riesig Freude an meinem allerersten Barcamp – nämlich das der Technikelfe in Graz. Dort konnte ich ganz spielerisch neue Workshop-Themen und Herangehensweisen ausprobieren und kennenlernen. Eventuell war ich so begeistert von dieser Art der Nicht-Konferenz, dass ich gleich einen Blogartikel zu meiner Barcamp-Erfahrung geschrieben habe.

Aber warum immer in die Ferne schweifen? Zusammen mit Florence Chazarenc habe ich im Frühjahr in Basel ein sehr tiefgehendes Businessbrunch für Unternehmerinnen veranstaltet. Und als nächste Kooperation steht ein supergenialer Workshop mit Video-Expertin Judith Steiner in Basel an, bei dem ihr innerhalb eines Tages ein fantastisches Video-Porträt über euer Unternehmen oder eure Selbständigkeit dreht und schneidet – das dann rund um die Uhr für euch Werbung macht. Dafür gibt es übrigens hier noch Tickets.

Dein wirksames Video-Portrait

Man kann wohl sagen, ich schätze in diesem Jahr die Magie von Offline-Treffen und Kooperationen ganz besonders. Das will ich auf jeden Fall auch beibehalten und es steht auch schon einiges in der Ideen-Pipeline…

Aber damit auch die Menschen online nicht zu kurz kommen, habe ich auch jetzt Anfang Juli wieder meinen beliebten Hooks-Workshop angeboten, der dir das Selbstvertrauen in deine wirksamen Hooks zurückschenkt, damit du deine blöden Listen wegwerfen kannst! Ich zeige darin, wie man wirksame Hooks schreibt, die Neugier wecken, ohne falsche Versprechungen zu machen. Und ohne zu klingen wie alle anderen – das ist nämlich echt nicht nötig.

Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung, wie viel Leichtigkeit der Workshop den Teilnehmenden bringt. Also bestimmt habe ich auch das nicht zum letzten Mal veranstaltet.

Zwischen Claude-Begeisterung…

Und natürlich gibt es kaum etwas, was mich dieses erste Halbjahr mehr beschäftigt hat als die Frage, wie wir das Selber-Schreiben in Zeiten von KI erhalten. Denn einerseits tut mir in der Seele weh, wie viele Anbieter das Vertrauen einer möglichen Kundschaft mit immer gleichen KI-Texten verspielen. Aber noch viel mehr beschäftigt mich, welche wichtigen inneren Prozesse wir überspringen, wenn wir die KI für uns schreiben lassen.

Das Ringen um Worte fühlt sich ja auch deshalb mühsam an, sondern weil jedes einzelne Wort eine kleine Entscheidung bedeutet. Und wer die Maschine für sich entscheiden lässt, verzichtet auf all positiven Effekte die das Schreiben hat. Vor allem im Business schenkst du dir selbst so viel eigene Klarheit, wenn du die richtigen Worte suchst!

Natürlich nutze auch ich KI – aber eher wie einen Redaktionskollegen, dem ich zurufe:

„Hier sind meine Ideen – findest du es fehlt noch was?“
Oder: „Hast du vielleicht eine besseres Wort für xxx?“
Oder auch mal: „Schau mal, ob ich bei diesem Verkaufstext meinem Stil treu geblieben bin, oder ob sich irgendwelche reißerischen Superlative eingeschlichen haben…“

Als im Frühjahr Claude-Co-Work die Welt und unsere Festplatten erobert hat, habe auch ich die große Chance gewittert:
Was wenn Claude mir all die nervigen Tipp- und Copy-and-Paste-Aufgaben abnehmen kann?
Wenn ich mit Claude plötzlich HTML-Vibe-Coden kann und mich daher nicht mehr ewig mit WordPress-Funktionen herumplagen muss?
Und sogar  das nervige „Infos-auf-Präsentationsfolien-Übertragen“ entfällt?

Habe ich dann nicht plötzlich auch mehr Zeit für echtes Schreiben? Eben das, das Klarheit bringt und meine eigene Botschaft herausschält. Für Texte, die aus mir heraus entstehen und daher ganz anders wirken können?

Langfristig ist das meine große Hoffnung. Noch aber habe ich das Gefühl, dass ich so viel Neues lernen muss für jeden Arbeitsschritt. Die große Zeitersparnis noch nicht sehe. Aber der Claude-Cowork-Kurs bei Marit Alke hat mir zumindest gezeigt, was alles möglich ist – und ich bleibe dran.

Für mich und für alle, denen ich sagen möchte, wie wichtig eigene Texte sind – und wo sie die Zeit einsparen können, um dann wieder mehr selbst zu schreiben.

… und der kreativen Schreibpädagogik mit Bastelscheren und Buntstiften

Ich fühle mich derzeit wie eine Wandlerin zwischen den Welten. Auf der einen Seite lerne ich Vibe-Coden und führe auf meinem Rechner Python-Skripte aus – und auf der anderen Seite lasse ich mich gerade zur Schreibpädagogin für kreatives Schreiben weiterbilden. KI gibt es einfac da nicht. Und das Material, um Worte aus uns selbst hervorzukitzeln, kam in Papiertüten mit der Schneckenpost hier an.

An jedem Ausbildungswochenende darf ich eine andere Tüte öffnen – heraus purzeln Stifte, Poster, Bastelscheren …
Und was soll ich sagen? Es tut soo unheimlich gut. Ich journale wieder mehr. Für mich, von Hand, mit bunten Stiften. Und packe all die Journaling-Methoden für mich selbst aus, die ich euch hier schon einmal vorgestellt habe.

Ich bin noch nicht ganz klar, wohin mich dieser Weg führen wird. Aber ich spüre, dass ich auch große Lust darauf habe, Menschen mit dem Schreiben als kreative Technik und als Weg der Selbsterkundung zu verbinden.

Bisher lehre ich ja vor allem, dass Schreiben ein Mittel sein kann, in die Sichtbarkeit zu kommen – gesehen und verstanden zu werden. Aber ich liebe auch das komplett ergebnisoffene Schreiben. Denn ich bin überzeugt davon, dass wir dabei kein Wort umsonst schreiben, sondern immer dazulernen und wachsen.

Manchmal fallen dabei Perlen ab, die dir etwas über dich selbst erzählen. Manchmal solche, die du überarbeiten und veröffentlichen willst. Und immer, wirklich immer, fühlst du dich hinterher besser. Wenn du auch neugierig auf diesen Weg bist, folg mir gerne auf meinem neuen Instagram-Account Schreibbewusst.

Bianca Fritz, Schweizer Pass

Endlich eingebürgert!

Und zum Schluss noch etwas Privates: Kurz vor einer sehr wichtigen Abstimmung hier in der Schweiz wurde mein 2,5-jähriger Einbürgerungsprozess endlich abgeschlossen. Ich habe viele, viele Rechnungen bezahlt dafür, noch mehr Formulare ausgefüllt, Schweiz-Fakten gebüffelt und bin mehrfach interviewt und geprüft worden. Jetzt bin ich Doppelbürgerin (Deutschland und Schweiz) und durfte ENDLICH auch abstimmen in meinem Wahlheimat Basel. Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht, wie viel das mit mir gemacht hat. Direkte Demokratie fühlt sich wirklich großartig an!

Und meine erste Abstimmung war auch noch eine besonders Wichtige. Für das Online-Magazin Bajour habe ich einen Artikel geschrieben, wie es ist, als Deutsche endlich mitbestimmen zu dürfen!

Fazit meines ersten Halbjahres:

…tja, kaum steht das jetzt alles hier, frage ich mich, wie ich eigentlich auf die eigenartige Idee gekommen bin, dass ich dieses erste Halbjahr nur mitgeschwommen sei. Ich habe eine ganze Menge selbst gestaltet. Noch nicht bei allen Punkten ist mir das Ziel der Reise ganz klar … aber ich fühle mich mit dieser Ungewissheit gerade wohl. Ich bin ruhig und zufrieden. #

Nicht mitschwimmen. Sondern aktiv weiterschwimmen ist meine Devise.

Das zeigt mir mal wieder, wie wichtig dieses Reflexion doch ist! Und daher frag ich dich jetzt gleich: Und wie war dein Halbjahr so? Hast du auch einen Rückblick geschrieben? Verlinke ihn gerne unter diesem Blogartikel!

Wer hier für dich schreibt

Zur Autorin:
Bianca Fritz ist Content-Mentorin und und Copywriting-Expertin mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus und Werbeagenturen. Sie unterstützt Selbständige, Unternehmer*innen, sowie NGOs und Stiftungen dabei, mit wertebasiertem Contentmarketing wirksam sichtbar zu werden.
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